Bikeweekend 2005 -  Berner Oberland

Skiriege Killwangen

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Eine Woche vor dem Start läuft die Mailbox der Bikeweekend Teilnehmer auf Hochtouren. Unsere beiden Organisatorinnen Manon und Simi werden auf eine harte Probe gestellt. Der eine hat ein Halbtax, der andere keines. Derjenige der keines hat, kauft sich jedoch im letzten Moment eines und möchte plötzlich – und dies natürlich auch zu recht – nur noch die Hälfte der Zugfahrt bezahlen. Es werden komplexe Excel Tabellen erstellt mit allen Teilnehmern und den Kosten, die für jeden anfallen. Sobald die Liste erstellt war, erinnerte sich jemand daran, dass er ja auch noch irgendwo in der Schublade ein GA liegen hat oder ein Streckenabo oder ein 1/3 tax Abo und er das Bike statt in Killwangen eigentlich in Bremgarten, Berikon oder sogar Rottenschwil abegeben könnte. Dies natürlich alles zum Uebel unserer beiden Organisatorinnen, die schlussendlich nach ein paar nervenaufreibenden Telefongesprächen mit der SBB und E-Mails die Probleme zur Befriedigung aller Beteiligten gekonnt aus dem Weg räumten und es schafften, alle Bedürfnisse zu berücksichtigen.

 

Samstag, 2. Juli 2005

 

Und so erschien jeder glücklich und zufrieden am Samstag um 8.45 am Meeting Point im HB. Knapp vor 9.00 bestiegen die Bikevögel – zu diesem Zeitpunkt jedoch noch echte Wandervögel ohne Bike, zumindest diejenige, die keine schlaflosen Nächte ohne ihr Bike verbringen – den Zug nach Frutigen. Kaum hat sich der Zug in Bewegung gesetzt, lechzen die meisten nach einem feinen SBB Kaffee. Aber das blieb für die meisten eine schöne Vorstellung, denn das Kaffewägeli inkl. Bedienung ist wahrscheinlich bereits einer Rationalisierungsaktion der SBB zum Opfer gefallen. Wenigstens wurden wir diesmal von Rägi nicht enttäuscht. Ein frisch duftender Zopf machte die Runde und verschwand in den hungrigen Mäulern.

 Scheiss Trans Bag  Corinne und Webster  Papageien  Dunja und Simi

Die Zugfahrt ging rasch vorbei und schon durften wir unsere heiss geliebten Bikes in Empfang nehmen – nicht nur diese, auch unsere Gäste aus Luzern Sibille und Roli sowie der ganz kurzentschlossene Peter Lutz, der sich noch in der Vornacht auf die Liste gemogelt hatte. Alle 26 Biker machten sich eifrig an die übliche Arbeit: Pumpen, Rad einstellen, frisieren, Sonnencrème einstreichen, Bikehosen montieren ausser natürlich Peter, für den die Tour sowieso nur ein Aufwärmtraining war und sich locker mit den Jeans aufs Fahrrad schwingte.

Briefing durch Manon  Startklar  Christoph

Die Aufwärmphase soll sehr intensiv und nicht allzu kurz werden. Bei 35°C nehmen wir die erste Steigung in Angriff, die Sonne brennt nur so auf unsere Stiroporköpfe und viele Schweisstropfen finden den Weg auf den Asphalt – oder war das beim Rekken zwei Wochen zuvor? Egal, die Anzahl Schweisstropfen blieb kaum unverändert, der steile Hoger war nicht flacher, einzig die Sonnencrème hätten wir uns sparen können, denn die Sonne zeigte sich effektiv nicht von der besten Seite, so wie sie dies beim Rekken gemacht hatte. Zum Glück, denn sonst hätten Adi und Urs noch weniger von der wunderschönen Landschaft mitbekommen und stattdessen noch mehr den verdammt steilen Berg verflucht.

 Reto und Rolf  26 BikerInnen  Jeans???

Die erste Pause gönnten wir uns ein paar hundert – gefühlt tausende - Höhenmeter weiter oben, um die ausgetrockneten Bidons aufzufüllen und den Körper mit Energieriegel zu versorgen.  Peter`s Aufwärmphase neigte sich auch dem Ende zu und die Jeanshosen wurden mit ein paar kurzen Hosen ersetzt.

Dunja  Nadja  Webster  Hosenwechsel  Stall

So machte sich die 26 köpfige Kompanie hoch zu Bike weiter auf den Weg Richtung Grillplatz. Manon und Simi hatten natürlich dafür gesorgt, dass dieser noch weit entfernt liegt und die Wurst zuerst schwer verdient werden muss. Es folgten also noch einige Pedalumdrehungen im ersten Gang – und Träume von einem Stahlesel mit Minusgängen. Aus den Träumen wurde Klarheit, dass das Trampen und die ganze Anstrengung gar nicht so schlecht ist, um die Glieder warm zu halten. Spätestens beim lauschigen Grillplätzli wurde diese Tatsache allen bewusst, denn es war eisig kalt. Es wurde gejagt und gesammelt. Die Grilleure rodeten den Wald und jeder schnitzte sich einen Stecken, womit er die wohlverdiente Wurst über das wärmende Feuer halten konnte. Die Trainerhosen und der Pulli wurden montiert und ausgeräuchert, damit man sich auch noch beim Abendessen und in der Nacht an den Grillplausch zurück erinnern konnte.

 Michel  Obligatorische Wurstbröteln  Adis traditioneller Brötli-Wein  Darum rasieren sich die Velofahrer normalerweise - Feuerunfall von Adi

Sobald die von Adi gesponserte Weinflasche leer getrunken, die letzten Maiskolben und weitere Energieriegel verspeist waren, wurde die nächste Steigung in Angriff genommen. Der Weg führte bald über Stock und Stein, aus Biken wurde also Wandern. Auch diese Partie schafften alle sturzfrei. Und schon bald war das Bähnli in Sicht, das ein paar auf das Hahnenmoos direkt zu unserer Unterkunft auf 2050 Meter ü. M. brachte. Der grosse Rest mühte sich nochmals mit dem letzten steilen Stück ab. Nach mehr als insgesamt 1500 Höhenmetern erreichten endlich alle das lang ersehnte Ziel.    

 Hahnenmoos 1950 müM Geschafft Fahrverbot??? Pause keep smiling Bergfloh Gipfel erreicht

Die erbrachte Tat wurde mit mehreren Stangen Bier belohnt und einer dreiminütigen Dusche. Wobei die Hälfte der Truppe mit einem Franken den halben Abend verduschen konnte. Kurze Zeit später traf man sich wieder beim Abendessen. Die vier Gänge, Tomatensuppe, Salat, Rahmschnitzel und Caramelköpfli wurden im Nu serviert und selbstverständlich mit viel Genuss verschlungen. Die Kohlenhydrate waren Gold wert und eine gute Vorbereitung für die Downhillstrecke vom Sonntag. Wobei der subventionslose Bauer mit der selbtsterstandenen Heugabel mitten auf dem Weg eher noch die grössere Herausforderung darstellte. Webster verdrückte gleich zwei Caramelköpfli an diesem Abend, was in einem Doppelkinn resultierte (Dani, du weißt wie ich das meine ;-). Die obligate Grapparunde wurde eingeläutet. Es folgten danach noch mehrere Liter Bier, Kafi Lu(t)z - und Rotwein für die Nachtschwärmer.

 Katrin und Michel Abendrot Alpenglühen Abendrot Sonnenuntergang Wie heisst de rot Felse in Auschtralie?

Im Laufe des Abends wurden wir noch mit dem Anblick eines wunderschönen Sonnenuntergangs beglückt – und später eines klaren Sternenhimmels.

  

Sonntag, 3. Juli 2005

Skiriege Killwangen   Enzian   Skiriege Killwangen  

Gestärkt mit einem reichhaltigen Frühstück beginnt der absolut letzte Aufstieg friedlich und harmonievoll. Die Gruppe – ohne Peter, der sich für den schnellen Rückweg auf der anderen Seite des Berges entschied - fühlt sich verbunden und alle warten nach dem steilen und holprigen Abstieg aufeinander. Ist es wohl wegen dem Sonntagschreck, der jeden Moment auftauchen könnte und unserer Downhillfreude ein Ende setzen könnte? Schliesslich ist uns allen bewusst, dass dann aus ist mit dem Bremsen. Des einen Freud, des andern Leid… ein weiteres Stück des Hanges wird verschlungen. Mit klopfendem Herzen fahren wir sozusagen dem Bauern in die Arme. Wir nähern uns seinem Zuhause und Rägi spielt in Gedanken nochmals seine lindernden Worte durch, damit wir weiterhin down- statt uphill fahren dürfen. Doch nichts geschieht, niemand steht uns im Weg. Wahrscheinlich ist die Hahnenmoos Gemeinde inzwischen liquid genug geworden und hat ihren Beitrag zum Unterhalt des Bikeweges unserem Querschläger überwiesen.

 

Wir machen einen kurzen Halt bei einem tosenden Wasserfall und geniessen noch zum letzten Mal der schöne Anblick der Natur, bevor wir uns gemeinsam (!)in Richtung Zweisimmen bewegen. Wenig später wird noch Rägis Reparaturtalent unter Beweis gestellt, durch den geplatzten Reifen von Simi`s Bike.

 

In Zweisimmen angekommen, findet die Gruppendynamik dann ein apruptes Ende. Adi besteht auf ein Mittagessen vor dem letzten 37 Kilometer langen Stück nach Spiez. Viele andere schliessen sich ihm an und verschwinden in dem nächstgelegenen Restaurant. Die Zurückgebliebenen sind sich einig, erst in Spiez einzukehren und somit sofort die bevorstehenden Kilometer abzustrampeln. Der Lunchinitiant hat auf einmal den Kampf mit dem knurrenden Magen besiegt und gesellt sich wieder zu der Hungerstreiktruppe.

 

In brütender Hitze nehmen wir die letzte Hürde in Angriff. Anfangs zügig, beim ersten kleineren Aufstieg ein bisschen gemächlicher. Ausser Tim, Xandi und Christoph, die alles aus sich heraus holen und in Windeseile am Horizont verschwinden. Auch Urs, Adi und Stefan trennen sich von der restlichen Gruppe. Zu guter letzt teilen sich auch noch die übriggebliebenen in verschiedene Einheiten auf und so entwickelte jeder eine zuvor nicht gekannte Eigendynamik, während sich die anderen gemütlich das Mittagessen in Zweisimmen schmecken liessen.

 

Ob mit dem Zug oder dem Bike via Fahrradweg oder mit einem offenen Knie nach einem nicht ganz unspektakulären Sturz oder ganz knapp in letzter Minute, spielt keine Rolle, Hauptsache es treffen alle pünktlich in Spiez ein, um den reservierten 16.19 Zug zu erreichen. Es wird Abschied genommen von Roli und der gestürzten Sybille, die ein offenes Knie als Souvenir mit nach Luzern nehmen durfte.

 

Die anderen lädierten 23 Biker begaben sich in den Zug nach Zürich. Knappe zwei Stunden später hiess es leider schon wieder auf Wiedersehen zu sagen. Und da alles plötzlich so schnell ging und ich mich nicht mehr von allen verabschieden konnte, sage ich allen anderen auf diesem Weg tschüss und bis nächstes Jahr. Es sind bestimmt alle wieder dabei, denn wir können auf ein weiteres geniales Bikeweekend zurückschauen und lange von den schönen Erinnerungen zerren.

 

Montag, 4. Juli

No sport - No comment!

Ein grosses Dankeschön geht an die beiden Organisatorinnen Manon und Simi sowie an alle Teilnehmer, die den grosszügigen Betrag von CHF 7.95654 dem Skiclub Killwangen gesponsert haben, da die Rechnung nach den tausend Buchungsänderungen nicht ganz aufgegangen ist.

 

Liebe Grüsse von der Schreiberlingin Dunja

  

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