Mountainbike Tour 2001 Lenzerheide11.07.2001Ein Bericht von Marcel Guertner
Und wieder
einmal haben sich 13 durchtrainierte junge Leute, ziemlich früh für
einen Samstag, am Bahnhof Killwangen getroffen. Man wurde
freundlicherweise zu „Kafi und Gipfeli“ eingeladen und wartete, bis
alle Sportler sich versammelt haben. Adi und Babs kamen ziemlich knapp,
und doch wollte es Adi nicht missen, noch seinen vergessenen Regenschutz
zu holen. Aber alles ging dann gut, nur einer fiel auf: Meine Wenigkeit.
Alle hatten sehr kompakt vorbereitete Rucksäcke, doch ich kam mit einer
Riesentasche mit der Idee, einzuchecken. Ich fiel quasi auf und bekam doch
eine nasse Stirn. Pünktlich fuhren wir mit der S12 nach Zürich ab. Kaum
angekommen, eilte ich ins Sportgeschäft im HB, um einen geeigneten
Rucksack zu kaufen. Wie der Zufall es will, waren die Rucksäcke in
Aktion. Ich kaufte einen und eilte auf den Churer Zug. Musste dann im Zug
etwas umpacken und mich entscheiden, was brauch ich wirklich? Das war
nicht mehr viel. Angekommen
in Chur ging es dann endlich zu Ende mit meinem Dilemma, ich verschloss
meine Riesentasche in einem Schliessfach und konnte beginnen das
Wochenende zu geniessen. Wir fuhren dann mit dem Postauto den Bergen
entgegen bis wir bei der Post Lenzerheide ausstiegen. Im Vorfeld hatte Rägi eine Punkteliste erstellt und an alle Teilnehmer versandt. Sie beinhaltet den Zustand der Bikes, z.B. Kette draussen 3 P, einen Platten 5 P, quitschende Bremsen und und und. Natürlich
war dies auch ein Hauptthema für das ganze Wochenende und während der
Hinfahrt das Gespräch. Alle waren
gespannt auf die Bikes, die wie immer vorausgeschickt wurden. Nur dieses
Jahr war alles anders, es gab ja die Punkteliste. Jeder hoffte auf einen
gut überstandenen Transport der Bikes, es könnte ja Strafpunkte geben.
Wir konnten noch nicht wirklich Strafpunkte verteilen, da es sich nur um Kleinigkeiten
handelte. Jeder füllte
noch seine Bidons und jetzt wird geschwitzt!!! Es war super Wetter,
zumindest für den Aufstieg von Lain nach Got-Porclas und alle atmeten die
gesunde Bergluft und „trampten“. Das Ziel war eine „Brötlistelle“
nach ca. 500 Höhenmeter. Doch der Weg dahin war sehr leicht zu finden,
aber war nicht leicht zum Trampen. Konstant ging es nach oben, oben, oben,
ohne irgendein flaches Teilstück und überhaupt nie bergab. Wer lange
genug trampte, erreichte dann die Feuerstelle. Grosses Staunen, speziell
von mir erfolgte: Toni
packte aus seinem Rucksack Brennholz, Zündwürfel und Zeitung aus. Wie
macht der das? Alle fanden sich dann Minute um Minute
am Feuer ein, um die Würste auf den Grill zu legen. Die volle Aufmerksamkeit erhielt Michel, er wurde ertappt mit einem Damensattel herumzufahren. Doch alle seine Bemühungen und Rechtfertigungen konnten dieses Gerücht nicht entschärfen. Die Suppe hat ihm Monica eingebrockt, in dem sie feststellte sie habe den selben Sattel wie Michel, und sie hat natürlich einen speziellen Damensattel. Leider beendete ein schnell aufkommendes Gewitter die sonst gelassene Mittagspause, und wir packten schnell alles zusammen und fuhren mit tropfenden Kleidern weiter. Bald erreichten wir unsere Unterkunft dem Hotel Tgantieni Diejenigen
die noch nicht müde waren, hätten eigentlich noch die Bergspitze
ertrampen können, doch dies fiel förmlich ins Wasser. Der Regen war
heftig, und schliesslich hagelte es noch. Nach dem
Zimmer beziehen waren wir also „gezwungen“, es uns im Restaurant gemütlich
zu machen. Dies war schon etwa ab 14.30 Uhr. Man staunte nur ab diesem
Wetter, das einigen einen Strich durch die Rechnung machte, denn es gab
solche, die noch nicht müde waren!!! Dafür entstanden interessante, lustige und sportliche Gespräche. Nach dem Abendessen bestellten wir natürlich weiter „Möscht und Stangä“. Langweilig wurde es niemandem, nur Toni war es nicht nach Pferde stehlen, er kämpfte mit einer fortgeschrittenen Grippe. Es war
schon dunkel, als fast alle gleichzeitig zu Bett gingen. Nach einem ausgiebigem Frühstück, klickten wir dann wieder in die Pedalen ein. Die einzige, die vor diesen Höhenmetern flüchten konnte, war Babs. Sie fuhr direkt ins Tal. Das Wetter hat massiv gebessert, und die Sonne lachte wieder. Nur an dem Erdboden ging der Regen nicht spurlos vorbei, er hinterliess uns einige Sumpfpassagen. Die
Einen oder Anderen merkten noch etwas das ausgiebige Frühstück. Der
Sonntagmorgen war noch kein Downhillmorgen, es standen doch noch einige Höhenmeter
vor uns. Doch jetzt endlich kam der Zeitpunkt, wo es bergab ging und die
Downhillfreunde auf die Rechnung kamen. Alle beneideten nun diejenigen,
die Scheibenbremsen hatten, weil sie es wesentlich einfacher hatten, die
doch längere Talfahrt zu meistern. Wieder an der Post Lenzerheide vorbei,
fuhren wir bis zur Talstation Rothorn und trafen wieder auf Babs. Waghalsig entschlossen wir uns, den berühmten Rothorn-Downhill zu fahren. Toni organisierte ein Kollektivbillet für die Seilbahn und los gings. Doch Stopp: Zuerst die Wanderer und dann die Biker, eine Kabine später durften wir dann auch mit. Mit einer speziellen Anordnung der Velos passten alle in die selbe Seilbahnkabine. Nach der Mittelstation gings noch weiter bis auf über 3000m.ü.M.. Wir stiessen ganz klar auf Schnee. Jeder
begann noch die Kleidungsstücke anzuziehen die er hatte, denn wer rechnet
schon mit Schnee? Und los gings, dem Tal entgegen. Doch das ist leicht
gesagt, ist es aber nicht, denn Tiefschnee-Passagen
waren keine Seltenheit. Aber es war wirklich eine Herausforderung, zum
Teil auf Schnee, zum Teil auf Schotter zu fahren. Teils musste das Bike
auch getragen werden. Es ging ganz und gar nicht unbeschadet von sich,
mich überschlug es, was zu blutigen
Fingern führte. Zwei Platten waren auch zu verzeichnen, denn es hatte
auch spitzige Steine gehabt, was unsere mobile Werkstatt herausforderte.
Die war vorbildlich, was sich sehr positiv auf die Reparaturen auswirkte
und unseren Teamgeist förderte. Christoph
hatte am meisten Pech, er hatte Platten und kaputte Bremsen und eine lange
Talfahrt vor sich. Mit diesen einigen Zwischenfällen kamen wir dann in Churwalden an, dort gings halsbrecherisch weiter. Wir gingen rodeln auf der längsten Rodelbahn der Welt. Es war ein „Riesengaudi“. Doch leider konnte man kurz darauf in den Medien nachlesen, dass es einen Todesfall gegeben hat und die Bahn geschlossen wurde. Guter Laune ging es dann zum Finale, das letzte Teilstück des Programms, nach Chur. Doch auch dort blieben die Zwischenfälle nicht aus und in den letzten Kurven vor dem Bahnhof Chur, hörte man einen Riesenknall und wusste: Jetzt ist die Luft raus! Dies musste natürlich mir passieren. Sage und schreibe in den letzten 500m einen Platten, Glück muss Mann haben!!! Um
ca. 15:00 Uhr haben wir dann am Bahnhof Chur die Bikes wieder aufgegeben
und uns vis-à-vis auf der Terrasse des Bahnhofbuffets erholt und
verpflegt. Es war noch ein herrliches Ausklingen. Auch das Schöne hat mal ein Ende! Mit der Rückfahrt über Zürich nach Killwangen ging das Bike-Weekend zu Ende. Die Müdigkeit liess schon ein wenig durchblicken, schliefen doch einige bereits im Zug. Schlussfolgerung generell: Regen, Schnee, Platte, etc. konnten das Erlebnis nicht oder nur teilweise trüben.
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