BIKE-WEEKEND 1./2. Juli 2000 der Skiriege Killwangen
Bericht von Alexander Zurkinden
Org. Hansi, Michel und Dodi
Bericht der Mountainbike-Tour der Skiriege Killwangen vom 1./2. Juli 2000
Nichts für Rehlistreicher und Schattenparkierer
Im Vorfeld der diesjährigen Mountaibike-Tour wurden wir durch unseren Tour-Guide Hansi Koller per Email mit folgenden Worten auf das langersehnte Bikewochenende vorbereitet:" ...ich hoffe die Tour wird nicht zu einfach....". Nun gut, den eingefleischten Bikern wich bei diesen Worten die Farbe aus dem Gesicht und die Vorfreude reduzierte sich auf ein Minimum. Andere wiederum mögen sich gefreut haben... Das einzige, was nicht so ganz ins Bild passte war, dass man diejenigen (Dodi, Hansi und Michel), die die Tour eine Woche im Voraus zum Rekognoszieren abgefahren hatten mit seltsamen Bewegungen durch das Dorf schleichen sah.
Nun ging es aber endlich los. Am Samstag dem 1. Juli 2000 um 7.10 Uhr besammelten sich 18 Biker und Bikerinnen am Bahnhof Killwangen um bei wunderschönem Wetter der lockeren Spazierfahrt froh entgegenzusehen. Mit der S 12 ging es nach Zürich (keinen Kaffee) von dort aus mit dem Schnellzug (auch keinen Kaffee, der Wagen schaffte es nicht bis zu uns) nach Luzern (endlich Kaffee!!). Nachdem dann endlich alle wachgeworden waren, konnten wir in Engelberg unsere Velos in Empfang nehmen. Die Nervosität stieg! Platte Reifen wurden aufgepumpt, Gewicht reduziert, Schrauben angezogen und einige Materialschwächen durch kecke Sprüche (an die Adresse derer mit besserem Material) überdeckt. Ketten rasselten, Bidons in die Halter gesteckt - man war bereit der Bestie (Berg) ins Auge zu sehen. Der erste Teil der Strecke führte uns über eine warmduscher Teerstrasse zur Seilbahnstation "Unter Trübsee" auf 1300 M. ü. M., die ersten 150 Höhenmeter waren geschafft. Hier verluden dann die vernünftigen ihr Bike in die Gondel um bequem dem Ziel entgegenzuschweben. Der Rest fletschte gierig die Zähne um sich dann in den Berg zu verbeissen. Es gab hier jedoch einen Rucksackabgeber, der in letzter Sekunde von seinem Vorhaben abgebracht werden konnte...
Weiter ging es über einen Schotterweg hinauf zum Trübsee (weitere 496 Höhenmeter). Die brennende Mittagssonne machte den Bikern und Bikerinnen den Aufstieg (im wahrsten Sinne des Wortes) nicht leicht, zumal der Weg an einigen Stellen wirklich so steil war, dass man nicht mehr fahren konnte.
Nachdem wir im Alpstübli den ersten Durst des Aufstiegs gelöscht hatten, setzten wir uns gemütlich um eine Feuerstelle am Trübsee. Bei einer gut gegrillten Wurst waren alle bald wieder erholt und zu neuen Taten bereit.
Das Ziel des Tages war der Jochpass (2207 M.ü.M.) wo wir die Nacht verbringen würden. Hinauf konnte man dort zwar nur mit dem Sessellilft, dafür gab es eine Downhillstrecke die vom Jochpass wieder hinunterführte. Viele verwegene wagten es ihre Bikes diese Strecke hinunterzujagen. Es galt Schneefelder zu überqueren (hier waren die Ex-Snowdownhiller etwas im Vorteil), Schlaglöchern auszuweichen und glitschige Steine zu überspringen. Für die Schlusslichter war es immer ein besonderes Erlebnis unter den Augen aller johlender und applaudierender Mitfahrer ein Schneefeld zu überqueren. Vor allem wenn alle nur auf den Sturz warteten. Jedenfalls gab es hier Purzelbäume, Schlitterpartien, Bäuchler und jede Menge blauer Flecken (es soll sogar solche gegeben haben, die nicht mehr bremsen konnten (ob es wohl an den Bremsen lag?)). Hier sollte noch erwähnt werden, dass zwei Nimmersatte, (ein Fabrikdirektor und ein Porschefahrer) noch schnell vor dem Abendessen den Graustock oder den Gwärtler oder den Rotsandnollen oder allen miteinander bestiegen haben.
Später (nach den ersten Bierchen) gab es dann ein herrliches Abendmahl (Suppe, Salat, Älplermakaronen und Dessert) und der Abend konnte in vollen Zügen genossen werden.
Die üblichen Spiele wurden gespielt, was man daran sehen konnte, dass an einigen Tischen der eine oder der andere in der Beiz einen Velohelm aufhatte um sich vom Rest der Kartenspieler zu unterscheiden. Die üblichen Diskussionen über Fussball und Bikezubehör wurden geführt. Selbstverständlich war man selten einer Meinung und musste die hitzig geführten Diskussionen mit dem einen oder anderen Bier hinunterspülen. Kurz: Es war ein gelungener Abend.
Am nächsten Morgen ging es dann nach einem Frühstück mit rehlistreicher Kaffee (oder war es Tee?) vom Jochpass an den Engstlensee. Die Abfahrt war sensationell obwohl einem der Wind ab und zu Stimmen zu Ohren kommen liess, die fragten, ob man sein Bike jetzt auch noch hinuntertragen müsse! Jedenfalls war die Abfahrt nichts für Rehlistreicher und Warmduscher und kaum einer kam ohne blaue Flecken (schon wieder), Schürfungen und Horroranfällen davon.
Nach einem weiteren kurzen Aufstieg (mit Bikefahrverbot und einem Sicherheitsdrahtseil) konnten wir dann auf der Tannalp bei herrlichstem Wetter ein gutes Essen reinziehen. Eine Teerabfahrt führte uns dann am Melchsee vorbei nach Melchseefrutt, wo wir bis um 13.00 Uhr warten mussten um die Abfahrt in Angriff zu nehmen (hinunter kann man nur alle ungraden Stunden fahren). Mancher Autofahrer (oder Fussgänger oder was auch immer) wird sich schon gefragt haben was eine Horde wildgewordener Helmträger vor einem Rotlicht macht. In Formel 1 Manier warteten wir auf das grüne Licht. Das nächste Ziel war die Stöckalp, die über eine steile Teerstrasse oder einen Wanderweg (dieser war vom Allerfeinsten) erreicht werden konnte. Von dort aus ging es alles bergab nach Stans. Selbst eine Gruppe von Harley-Fahrern wich entsetzt zurück als unsere buntgemischte Skiriege auf ihren Bikes mit qualmenden Reifen den Berg hinuntergeschossen kam.
In Stans wuden die Bikes dann wieder in den Eisenbahnwagen verladen und auch wir setzten uns wieder in den Zug um nach Killwangen zurückzufahren.
Vielen Dank Hansi fürs Organisieren und an Dodi und Michel für die Unterstützung des Organisators. Es war ein gelungener Tag und wir freuen uns die Noch-Nichtskiriegler an unserer GV bei uns aufnehmen zu können.
Gruss
Der Präsi
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