Giessbachbahn

Antriebssystem

Die Giessbachbahn wurde ursprünglich als Wasserballastbahn geplant und realisiert. Die beiden Wagen wurden über ein Zugseil miteinander verbunden, das in der Bergstation über eine Umlenkeinrichtung geführt wurde. Ein unter den Wagenkästen eingebauter Wassertank wurde jeweils auf der Bergstation mit bis zu 5 Kubikmeter Wasser gefüllt. Der talwärts rollende Wagen konnte dadurch den bergwärts fahrenden durch sein höheres Gewicht nach oben ziehen. Nach dem Feststellen der Bremsen wurde das Wasser in der Talstation wieder abgelassen. Die Fahrtzeit betrug damals 6 Minuten. Zum Bremsen der 11 Meter langen Wagen wurde die Anlage mit Leiterzahnstangen und Zahnrädern der Bauart Riggenbach ausgerüstet. Die ursprünglichen Untergestelle der Wagen hatten talseits ein zweiachsiges Laufgestell und bergseits eine Einzelachse. Um den Radien bei der Ausweiche besser folgen zu können, wurden 1891 neue dreiachsige Untergestelle eingebaut.

Weil die Bahn nach jeder Fahrt eine Pause einlegen musste, da die Wagentanks jedes mal entleert bzw. befüllt werden mussten, wurde das Prinzip der Wasserballastbahn nach mehreren kleineren Umbauten aufgegeben. Ausserdem konnte die Bahn im Winter wegen Vereisungsgefahr nicht betrieben werden. Die Firma Theodor Bell (Kriens), die die Bahn seit dem Konkurs der Internationalen Gesellschaft für Bergbahnen 1880 betreute, baute die Anlage im Jahre 1912 für den Betrieb mit einer Wasserturbine in der Bergstation um. Der Antrieb erfolgt seit dem über eine dreirillige Antriebsscheibe mit vier Seilumlenkrädern. Zugleich wurden auch die 1903 entfernten mittleren Achsen wieder eingebaut. Die Fahrgeschwindigkeit konnte auf 1,2 Meter pro Sekunde erhöht werden.

Um die Betriebssicherheit zu erhöhen, wurde die Turbine 1948 durch zwei Elektromotoren mit je 12,5 PS ersetzt. Die Fahrgeschwindigkeit erhöhte sich damit auf 1,9 Meter pro Sekunde.

Von 1958 bis zum jüngsten Umbau im Winter 1998/99 wurde die Bahn mit einem einzelnen Elektromotor der Firma MFO betrieben.

Mit dem modernen Antrieb der Firma Von Roll beträgt die Fahrtzeit heute 4 Minuten.

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